Dipl.-Museologe P. Nüchterlein
Der Zeitreisende in Wernigerode

Der Stadtschreiber


über die Historie von Wernigerode

 
 
Historie


S
tadtschreiber…in Wernigerode, was für ein Titel oder Job verbirgt sich hinter diesem Namen in seiner Funktion?
Der Stadtschreiber war im Spätmittelalter bis in die Frühe Neuzeit hinein der mächtigste Mann innerhalb der Stadtverwaltung. Als oberster Beamter unterstand ihm die städtische Kanzlei und hielt sprichwörtlich die Fäden aller kommunalen Entscheidungen in seiner Hand.

Neben der Führung der Kanzlei oblag ihm die Organisation des Stadtarchivs, was zudem einen reichen Zufluss an Kenntnissen über die Stadtgeschichte ermöglichte und teilweise wurde er auch mit der Überwachung der städtischen Finanzbuchhaltung beauftragt. Er führte die Stadtbücher und Ratsprotokolle und war für den gesamten ein- und abgehenden Schriftverkehr des Rates verantwortlich.
Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Ausstellung von Geburtenscheinen, Testament, Urkunden und eidesstattlichen Erklärungen. Für die Bürger galt er nicht nur als „graue Eminenz“ in der Stadtverwaltung, sondern auch als Vertrauensperson, an die man sich mit persönlichen Schriftstücken zu deren Interpretation oder Beantwortung wandte. Aus dieser Bedeutung als Kommunalbeamter erreichten die Stadtschreiber oft eine hohe soziale Stellung.

Um als Stadtschreiber berufen zu werden, waren zahlreiche persönliche Voraussetzungen zu erfüllen. Die „ehrliche Geburt“ musste ebenso nachgewiesen sein, wie auch eine gute körperliche Verfassung, denn das viele Schreiben und die Reisen zu den unterschiedlichsten Verhandlungsorten eine gute körperliche Kondition. Neben einem guten Leumund waren saubere Schrift und Fachkenntnisse im Recht sowie die Kenntnis der deutschen und lateinischen Sprache nebst einer guten Rethorik Grundvoraussetzungen für dieses Amt.

Seit dem 16. Jahrhundert waren die Stadtschreiber häufig auch Doktor beider Rechte oder hatten ein Universitätsstudium absolviert, zumeist die „sieben freien Künste“. Als Rechtsvertreter der Kommune war es zwingend notwendig, sich in der Interpretation und mit der fehlerfreien Abschrift von deutschen oder lateinischen Rechtstexten auszukennen. Was ebenfalls nicht fehlen durfte, war diplomatisches Geschick. Da das Amt ausgeschrieben wurde, erfolgte die Bewerbung häufig auch durch auswärtige Schreiber, welche oft einen reichen Erfahrungsschatz aus anderen Teilen des Reiches mitbrachten und somit der Kommune durch ihre Arbeits- und Lebenserfahrung neue Impulse gaben. Im Übrigen waren die Aufstiegschancen eines Stadtschreibers nicht zu unterschätzen, sei es der spätere Abgang in höherwertige Kanzleiposten, die Berufung zum Ratmann oder die Erlangung eines Bürgermeisterposten.


Aktuell - der Stadtschreiber von Wernigerode


B
eim Stadtschreiber in Wernigerode verhält es sich nun in der "Neuzeit" ein wenig anders:
Bereits seit 1995 übt der Diplom- Museologe Peter Nüchterlein dieses selbstgewählte Amt aus, wobei er, anders als seine beruflichen Vorgänger, kein städtischer Besoldeter ist.
In seiner Funktion plant und realisiert er seitdem Schulprojekte mit Kindern und Jugendlichen zu Themen der Alltags- und Handwerksgeschichte sowie zu Kunst, Architektur und Brauchtum. Wie frühere Stadtschreiber auch, hat er sich des Studiums lokaler und überregionaler Geschichte bedient und aus diesem erworbenen Wissensschatz heraus als Autor und Herausgeber 16 Sach- und Fachbücher veröffentlicht. Sie geben einen breiten Einblick in die Wernigeröder, Harzer und deutsche Geschichte.

Das erworbene Wissen und die von 1990 bis 2007 ausgeübte Tätigkeit als Leiter einen Privatmuseums in Wernigerode, die einstige „Krell`sche Schmiede“, erschlossen ihm zudem neue Arbeitsfelder, nämlich die der Ahnenforschung und Erbenermittlung. Basis dafür war und ist die umfangreiche Kenntnis in der Arbeit und Forschung in deutschen und europäischen Archiven und seine Fähigkeit, Schriften bis ins 16. Jahrhundert hinein zu lesen und zu transkribieren.
Dies alles brachte den Diplom-Museologen ab 1998 dazu, seine Befähigung als Nachlasspfleger und Testamentsvollstrecker an deutschen Gerichten auszuüben.

Doch nichts ist für den Stadtschreiber in Werrnigerde spannender, als Einheimischen und Besuchern von Wernigerode die städtische Geschichte und Alltagskultur aus Vergangenheit und Gegenwart zu vermitteln. Zu diesem Zweck veranstaltet die Gesellschaft für historische Alltagsgeschichte e.V. seit 2002 Stadtführungen.
Für 23 Jahre, bis 2025, wurde dies durch den „Wernigeröder Nachtwächter – das Original“ Rudolf Nüchterlein realisiert, welcher zu einem Wernigeröder Urgestein wurde. Seit 2025 hat nun der „Stadtschreiber in Wernigerode“ diese Aufgabe übernommen und sich dabei neben der Vermittlung von Allgemeinkenntnisse auch auf spezielle Sach- und Fachthemen spezialisiert. Sie erwuchsen teilweise aus den Sachinhalten der von ihm publizierten Bücher.

Wenn Peter Nüchterlein unterwegs ist, dann kann er anhand seiner zahlreichen „Stadtschreiberkostüme“ in die unterschiedlichsten Zeitepochen eintauchen und den Besucher als Zeitreisender in eine jeweils spannende Epoche Wernigeröder Stadtgeschichte begleiten.
Sollten Sie diese Gelegenheit nicht verpassen wollen, dann sind sie herzlichst eingeladen, den Zeitreisenden auf seiner Tour durch das alte und neue Wernigerode zu begleiten.
 
 
  • Stadtführungen in Wernigerode
  • Diplom-Museologeum 1420
  • Peter Nüchterleinum 1550
  • Der Zeitreisende durch die Geschichte von Wernigerodeum 1620
  • Kompetente Stadtführungenum 1750
  • Stadtführungen Wernigerode für Touriistenum 1770
  • Stadtführungen Wernigerode für Reisegruppenum 1780
  • Stadtführungen Wernigerode für Gruppen und Unternehmenum 1806
  • Stadtführungen Wernigerode für geschichtlich anspruchsvolle professionelle Anforderungenum 1835
  • Stadtführungen Wernigerode für geschichtlich professionelle Ansprücheum 1840
  • Stadtführer und Stadtschreiber für Wernigerode / Harzum 1860

Der Stadtschreiber


über die Historie von Wernigerode

Historie


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tadtschreiber…in Wernigerode, was für ein Titel oder Job verbirgt sich hinter diesem Namen id seiner Funktion?
Der Stadtschreiber war im Spätmittelalter bis in die Frühe Neuzeit hinein der mächtigste Mann innerhalb der Stadtverwaltung. Als oberster Beamter unterstand ihm die städtische Kanzlei und hielt sprichwörtlich die Fäden aller kommunalen Entscheidungen in seiner Hand.

Neben der Führung der Kanzlei oblag ihm die Organisation des Stadtarchivs, was zudem einen reichen Zufluss an Kenntnissen über die Stadtgeschichte ermöglichte und teilweise wurde er auch mit der Überwachung der städtischen Finanzbuchhaltung beauftragt. Er führte die Stadtbücher und Ratsprotokolle und war für den gesamten ein- und abgehenden Schriftverkehr des Rates verantwortlich.
Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Ausstellung von Geburtenscheinen, Testament, Urkunden und eidesstattlichen Erklärungen. Für die Bürger galt er nicht nur als „graue Eminenz“ in der Stadtverwaltung, sondern auch als Vertrauensperson, an die man sich mit persönlichen Schriftstücken zu deren Interpretation oder Beantwortung wandte. Aus dieser Bedeutung als Kommunalbeamter erreichten die Stadtschreiber oft eine hohe soziale Stellung.

Um als Stadtschreiber berufen zu werden, waren zahlreiche persönliche Voraussetzungen zu erfüllen. Die „ehrliche Geburt“ musste ebenso nachgewiesen sein, wie auch eine gute körperliche Verfassung, denn das viele Schreiben und die Reisen zu den unterschiedlichsten Verhandlungsorten eine gute körperliche Kondition. Neben einem guten Leumund waren saubere Schrift und Fachkenntnisse im Recht sowie die Kenntnis der deutschen und lateinischen Sprache nebst einer guten Rethorik Grundvoraussetzungen für dieses Amt.

Seit dem 16. Jahrhundert waren die Stadtschreiber häufig auch Doktor beider Rechte oder hatten ein Universitätsstudium absolviert, zumeist die „sieben freien Künste“. Als Rechtsvertreter der Kommune war es zwingend notwendig, sich in der Interpretation und mit der fehlerfreien Abschrift von deutschen oder lateinischen Rechtstexten auszukennen. Was ebenfalls nicht fehlen durfte, war diplomatisches Geschick. Da das Amt ausgeschrieben wurde, erfolgte die Bewerbung häufig auch durch auswärtige Schreiber, welche oft einen reichen Erfahrungsschatz aus anderen Teilen des Reiches mitbrachten und somit der Kommune durch ihre Arbeits- und Lebenserfahrung neue Impulse gaben. Im Übrigen waren die Aufstiegschancen eines Stadtschreibers nicht zu unterschätzen, sei es der spätere Abgang in höherwertige Kanzleiposten, die Berufung zum Ratmann oder die Erlangung eines Bürgermeisterposten.


Aktuell - der Stadtschreiber von Wernigerode


B
eim Stadtschreiber in Wernigerode verhält es sich nun in der "Neuzeit" ein wenig anders:
Bereits seit 1995 übt der Diplom- Museologe Peter Nüchterlein dieses selbstgewählte Amt aus, wobei er, anders als seine beruflichen Vorgänger, kein städtischer Besoldeter ist.
In seiner Funktion plant und realisiert er seitdem Schulprojekte mit Kindern und Jugendlichen zu Themen der Alltags- und Handwerksgeschichte sowie zu Kunst, Architektur und Brauchtum. Wie frühere Stadtschreiber auch, hat er sich des Studiums lokaler und überregionaler Geschichte bedient und aus diesem erworbenen Wissensschatz heraus als Autor und Herausgeber 16 Sach- und Fachbücher veröffentlicht. Sie geben einen breiten Einblick in die Wernigeröder, Harzer und deutsche Geschichte.

Das erworbene Wissen und die von 1990 bis 2007 ausgeübte Tätigkeit als Leiter einen Privatmuseums in Wernigerode, die einstige „Krell`sche Schmiede“, erschlossen ihm zudem neue Arbeitsfelder, nämlich die der Ahnenforschung und Erbenermittlung. Basis dafür war und ist die umfangreiche Kenntnis in der Arbeit und Forschung in deutschen und europäischen Archiven und seine Fähigkeit, Schriften bis ins 16. Jahrhundert hinein zu lesen und zu transkribieren.
Dies alles brachte den Diplom-Museologen ab 1998 dazu, seine Befähigung als Nachlasspfleger und Testamentsvollstrecker an deutschen Gerichten auszuüben.

Doch nichts ist für den Stadtschreiber in Werrnigerde spannender, als Einheimischen und Besuchern von Wernigerode die städtische Geschichte und Alltagskultur aus Vergangenheit und Gegenwart zu vermitteln. Zu diesem Zweck veranstaltet die Gesellschaft für historische Alltagsgeschichte e.V. seit 2002 Stadtführungen.
Für 23 Jahre, bis 2025, wurde dies durch den „Wernigeröder Nachtwächter – das Original“ Rudolf Nüchterlein realisiert, welcher zu einem Wernigeröder Urgestein wurde. Seit 2025 hat nun der „Stadtschreiber in Wernigerode“ diese Aufgabe übernommen und sich dabei neben der Vermittlung von Allgemeinkenntnisse auch auf spezielle Sach- und Fachthemen spezialisiert. Sie erwuchsen teilweise aus den Sachinhalten der von ihm publizierten Bücher.

Wenn Peter Nüchterlein unterwegs ist, dann kann er anhand seiner zahlreichen „Stadtschreiberkostüme“ in die unterschiedlichsten Zeitepochen eintauchen und den Besucher als Zeitreisender in eine jeweils spannende Epoche Wernigeröder Stadtgeschichte begleiten.
Sollten Sie diese Gelegenheit nicht verpassen wollen, dann sind sie herzlichst eingeladen, den Zeitreisenden auf seiner Tour durch das alte und neue Wernigerode zu begleiten.